Die Stückliste und der Arbeitsplan sind Basiselemente eines jeden produzierenden Unternehmens. Informationen aus dem Arbeistplan beeinflussen viele operative und strategische Entscheidungen im Unternehmen. Daten aus dem Arbeitsplan fließen ein in z.B. Kapazitätsbetrachtungen, Engpassbetrachtungen, Personalbemessungen, WIrtschaftlichkeitsberechnungen, Investitionsentscheidungen oder auch Standortentscheidungen. Dem Arbeitsplan kommt demnach eine besondere Rolle zu, die er möglichst präzise und immer auf aktuellem Stand erfüllen muß.

An dieser Stelle kann die REFA - Zeitstudie als eine etwas aus der Mode gekommene Methode zu Analyse komplexer Arbeitsabläufe den Inhalt des Arbeitsplanes maßgeblich bestimmen. Oft wird ihre Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit unterschätzt. Die REFA - Zeitstudie sollte aber ein Integraler Bestandteil des Lean Managemnt sein.


EIn eInfaches Beispiel soll die Notwendig der REFA - Zeitstudie unterstreichen.

Als Alternative werden oft in Unternehmen z. B. Selbstaufschreibungen von Mitarbeitern zur Kapazitätsbetrachtung heran gezogen. Diese Aufschreibungen unterscheiden oft nicht ausreichend präzise in produktive und nicht produktive Zeitanteile. Schnell wird mal u.a. ein oft vorkommender Materialmangel zur Produktivzeit gerechnet, was zur Folge haben kann, das im schlimmsten Fall eine zusätzliche Maschine angeschaft wird. Über eine Zeitstudie wäre u.a. der Materialmangel erkannt und heraus gerechnet worden. Maßnahmen zur Vermeidung des Mangels wären entwickelt worden. Die Leistung der Kostenstelle steigert sich ohne eine zusätzliche Investition. Dieses kleine Beispiel zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, die Stammdaten im Arbeitsplan für die Beurteilung des Unternehmens möglichst präzise zu erfassen.


Definition







Eine Zeitstudie oder auch Ablaufstudie wird i.d.R. jeweils über die komplette Schicht durchgeführt. Das Ergebnis zeigt eine Dokumentation aller Vorkommnisse chronologisch über die gesamte Schicht oder wenn erforderlich über den gesamten Auftrag über mehrere Schichten. Letztendlich wird mit der Zeitstudie ein sehr bewehrtes und effektives Instrument zur Qualifizierung und Quantifizierung Ihrer Prozesse und Produkte genutzt.

Notwendigkeit von Zeitstudien

Der  Arbeitsplan bildet sich durchgängig in allen kostenrelevanten Bereichen eines Unternehmens ab. Er geht ein in die Artikelkalkulation, Kapazitätsbetrachtung für Mensch und Maschine, Kostenrechnung, Wirtschaftlichkeitsrechnungen also auch in Investitionsentscheidungen die das Unternehmen maßgeblich prägen können. Daher ist es unverzichtbar, diese Stammdaten mit der notwendigen Genauigkeit ständig aktuell zu halten. Mit der Zeitstudie können die Arbeitspläne mit Leben gefüllt werden oder aktualisiert werden. Selbstverständlich können Sie über Selbstaufschreibungen, Schätzungen oder Nachkalkulationen Ihr Zeitgerüst aufbauen und korrigieren. Sie dokumentieren aber dadurch nur den Ist-Zustand, der in der Regel erhebliche Potenziale enthält. Die Erfahrung zeigt, dass 20 % und mehr Reserven / Potenzial mit dem Verzicht auf eine systematische Erfassung verschenkt werden können.

Ziel einer Zeitstudie

Die Ziele der Zeitstudie werden durch die Aufgabenstellung definiert. Sie reichen von der einfachen Vorgabezeitermittlung über Auslastungsprofile bis hin zur Schwachstellenanalyse. Bei konsequent strukturierter Vorgehensweise in der Auswertung, können Ergebnisse direkt implementiert werden. Positive Veränderungen in Ihren Zahlen werden sichtbar.

Einige Anwendungsbeispile

- Kapazitätsplanung (Mensch und Maschine)
- Artikelkalkulation
- Durchlaufzeitbemessung
- Ermittlung unproduktiver Zeiten 
- Auslastungsprofile von Mensch und Maschinen
- Schwachstellenanalysen mit Maßnahmenkataloge
- Zeitengliederung zur Geschehensbeurteilung
- Engpassbetrachtung

Zeitstudienarten

Szenarien für Zeitaufnahmen

- Zyklische Arbeitsabläufe (ein Arbeitsgang oder Arbeitsablauf)
- Schichtanalysen, eine oder mehrere Personen gleichzeitig
- Prozesszeitermittlung, eine oder mehrere Maschinen gleichzeitig
- Kombination aus Person - und Maschinenzeitermittlung
- Schwachstellenanalyse mit detailierter Zeitengliederung zur Quantifizierung

Schichtanalysen, Prozesszeitermittlung und Schwachstellenanalyse werden nach der Fortschrittzeit-Methode durchgeführt. Das bedeutet, das Sie lückenlos die Schichtzeit nach einer festgelegten Zielsetzung dargestellt erhalten. Auskunft über Produktivzeiten, Verlustzeiten und weitere Unterberechungen in der täglichen Arbeitszeit für Mensch und Maschine sind das Ergebnis.
Sie bilden die Ansätze für Produktiv- und Effizienzsteigerung !

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Der Weg ist das Ziel